Donnerstag, 21. Mai 2020

Menkaye ist tot

Er ist als alter Mann gestorben und war darauf vorbereitet. Seine Kräfte schwanden in den letzten Jahren. Er konnte nicht mehr auf Bäume klettern, kaum noch laufen. Vor über 6 Monaten brach er sich das Handgelenk, das ich, Eckehart, im einrenken konnte. Seine Knie zeigen starke Arthrose, alles Dinge, die die Menschen im Urwald jetzt lernen, denn das gab es bisher nicht. Menschen wurden nicht so alt.
Ich spreche von einem Huahurani, der ab und zu in unser Hospital kam. Er war Teil der Gruppe von Kriegern, die im Januar 1956 die 5 Missionare ermordeten, Jim Elliot, Nate Saint und drei weitere hatten versucht zu diesem Stamm mit dem Evangelium zu gelangen. Sie landeten auf einer Sandbank am Curarayfluß, bauten sich ein Baumhaus. Am nächsten Tag wurden sie überfallen und starben alle.
Ihre Mörder triumphierten über die 5, die sich nicht wirklich wehrten.
Es ist die Geschichte von Shell, denn von hier ging dann doch das Evangelium von Jesus Christus in den Dschungel, diesmal im zweiten Anlauf durch die Frauen und eine Schwester der Missionare. Es kam zu einer geistlichen Wende und es entstanden Gemeinden eigener Prägung und Kultur - Huahuranigemeinden eben. Und mitten drin die Mörder von damals, die längst ihre Tat bereuten und beim Aufbau der Gemeinde mithalfen.
Die Kultur der Indigenen veränderte sich bei den Meisten des Stammes. Das gegenseitige Morden hörte auf. Blutrache dezimierte die Bevölkerung seit langer Zeit. Wer über 40 Jahre wurde galt als Alter. Sie kannten keine Altersbeschwerden. Das hat sich jetzt geändert. Aber bei allen Beschwerden - die Freude über ein Neues Leben blieb. Die "Alten Herren", die immer wieder zu uns mit ihren Beschwerden kamen, strahlten etwas aus bei aller Sprachschwierigkeit.
Teil unseres Team ist eine Huauranifrau, dier wir eine Ausbildung als Schwesternhelferin finanzieren und die hier arbeitet. Sie ist die Enkelin von Menkaye. In ihrem Stamm gilt sie als Krankenschwester und ist geachtet, wenn sie dort auftaucht.
Unser Hospital sieht sich in der Nachfolge der 5 ermordeten Missionare, die damals bei Bau des ersten Hospitales, dem Holzbau auf Stelzen kräftig mitgearbeitet haben, dass es ein Hospital auch für Urwaldindianer wird. Geschichte bleibt nicht stehen. Sie wird fortgeschrieben. Menkaye hat jetzt den Stab an seine Enkelin weitergegeben. Wir freuen uns, so einen neuen Grundstein für die Huauranis legen zu dürfen.

Mittwoch, 13. Mai 2020

Coronazeiten - hier und anderswo

  In Europa ist derzeit wohl die schönste Jahreszeit, hier in Shell ist Regenzeit d.h gelegentlich auch mal Sonne. Europa öffnet, hier die Menschen auch. Bisher haben die Hunde die Straße die meiste Zeit für sich selbst (Ausgangssperre 14:00 - 5:00). Jetzt holen sich mehr und mehr die Menschen ihre Freiheit zurück. "Hier werden Haare geschnitten - Eintritt durch die Hintertür!" stehen an einem geschlossenen Geschäft. Die Versorgung von Waren klappt immer besser. Neulich stand ein großes Auto vor unserem Hospital und Leute meinten: "So sahen mal Busse aus, wie wir sie von früher kannten!"
  Wir kommen kaum raus, außer Klaudia mit ihren Besorgungen in Puyo und dem Transport vom Personal. Eckehart hat seit 2 Monaten Shell nicht mehr verlassen außer beim Gemüseeinkauf 500 m entfernt.
Aber es geht uns gut: Wir haben mehr Kontakte denn je mit Freunden in der weiten Welt und der Gemeinde in Quito. Wir rufen viele mehr Menschen an als früher. Teamsitzungen der Gemeinde dauern jetzt 2 Std - fertig. Früher war das ein ganzer Abend. Jeder ist abends zuhause. Keine Wege mehr. Wieviel Umwege- Leerwege - machen wir oft??? Und trotzdem fehlt oft der direkte Kontakt. Gemeinsame Sitzungen im Schlafanzug zu machen, ist anders.
  Unsere Arbeit in Shell ist nicht weniger geworden. Nach einer Patientenflaute hat sich das deutlich gebessert, auch wenn noch keine Patienten mit dem Bus kommen können. Viele rufen uns an und mit einem Foto über WhatsApp schicken wir einen Behandlungstermin, mit dem sie die Kontrollen passieren können. Mehr und mehr Geburten kommen, auch geplante Kaiserschnitte..
Wir sind jeden Tag  froh über den Bau unseres Hospitales. Wir können drei Bereiche komplett trennen: Covid - 19 - Tests, normales Sprechstunde und stationäre Behandlung, sprich OPs. Drei verschiedene Eingänge.
   Die Patienten werden außerhalb des Gebäudes getrennt: Covid - Verdacht, Vitalzeichen gemessen - zum anderen Eingang unter ein Zeltdach geschickt - dort mit Sicherheitsabstand getestet, rausgeschickt und erhält sein Ergebnis der Antikörperprüfung nach 1 Std. Das Personal dort bis zur Unkenntlichkeit in Schutzkleidung versteckt. Am Ende werden sie "alkoholisiert" - abgesprüht werden alle Schichten der Schutzanzüge, Masken, Sichtschutz, Schuhe etc. Alkoholverbrauch ca 6 l pro Tag!!! Wir sind derzeit die einzige Teststelle in der Provinz. Mitarbeiter der Erdölfirmen, Militärs, Polizei und andere Behörden kommen nachmittags, wenn die anderen Patienten gegangen sind.  Der Rest der Klink läuft auch mit Sicherheitskleidung, aber in einem anderen Bereich und so kommen Menschen auch zur stationären Behandlung.
   Wir liefern dem Gesundheitsministerium allnachmittaglich die Zahlen. Deswegen ist Pastaza im Amazonastiefland die Provinz mit den meisten Infizierten. Indiogruppen haben geplant, sich abzuschotten. Aber immer wieder gab es Kontakte nach außen. Beispiel eine Familie am Rande von Shell. Unser Arzt macht einen Hausbesuch, weil der alte Vater Fieber und Husten hat. Der selbst im Test coronanegitiv (noch) aber alle anderen der Familie positiv getestet, obwohl sie gesund sind. Die tragen das Virus weiter!
Ein ganzes Dorf hat sich vor dem Virus schützen wollen und sich beim Medizinmann in dessen Haus angesteckt. Das Coronavirus hat unsere Gesellschaft erreicht.  
   Die Zahlen um uns herum steigen. Wir schicken die positiv getesteten nach Hause, ernstlich Erkrankte ins staatliche Hospital. Meldung an das Gesundheitsamt: Wenn die dann den Patienten besuchen wollen, ist er oft nicht zuhause, weil er bei anderen seiner Familie untergekommen ist. Wichtiger als wissenschaftliche Empfehlungen oder staatliche Maßnahmen sind familiäre Bindungen - oft bewirken sie das Gegenteil.
Uns geht es gesundheitlich und auch sonst gut. Wir haben finanzielle Hilfe von VIELEN erhalten - Danke!!!! Derzeit stöhnen wir mehr über die Arbeit, aber sie so effektiv wie lange nicht mehr. Danke für alle Begleitung!!!

Freitag, 17. April 2020

Wie geht das Leben weiter im Shut-Down von Crona?


Ecuador ist wie immer ein Land großer Gegensätze. Viele Coronapatienten an der Küste, vor allem in der Hafenstadt Guayaquil. Dort ist Vieles zusammengebrochen: Ausgangssperre wie im ganzen Land von 14:00 > 5:00, keinerlei Busverkehr. Nur landwirtschaftliche Produkte, Fischerei, Transport für die Grundversorgung wie Gas/Benzin sind erlaubt und medizinische Notfälle. Die staatlichen Krankenhäuser haben die normale Sprechstunde seit 4 Wochen gestoppt, Tendenz anhaltend. Nur Notfälle werden behandelt und kaum einer traut sich noch in die Hospitäler.

Zweiter Hotspot des Virus ist derzeit Quito. Auch dort füllen sich die Krankenhäuser. Ansonsten angespannte Ruhe.

Und die Presse berichtet über katastrophale Zustände an der Küste. Dort ist die Infrastruktur zusammengebrochen. Die Behördenbüros sind zu oder online. Ärzte kommen nicht mehr ins Haus bzw. man kommt nicht mehr in die Arztpraxis weil Transporte fehlen. Also stirbt man zuhause. Niemand holt die Leiche ab, kein Totenschein, die Preise für Särge sind gestiegen, Beerdigung der Familie untersagt. Da legt man aus Verzweiflung den Toten auf die Straße. Jetzt haben Militär und Polizei ca 800 Leichen abgeholt - Massengräber ohne Namen, hat aber nur indirekt etwas mit Corona zu tun - oder vielleicht doch? Wer weiß?

Wie überall auf der Welt leiden die Menschen, besonders die kleinen Handwerker und Läden, die keine Lebensmittel verkaufen. Die totale Blockade bleibt. Die Schulen machen dieses Schuljahr nicht mehr auf, Busse fahren nicht. Jedes Auto darf nur innerhalb der Provinz einen Tag in der Wochen fahren, jeder hat einen Einkaufstag  je nach Endnummer des Personalausweises. Über 65-Jähre dürfen gar nicht mehr aus dem Haus. Viele staatliche Hilfen gibt es nicht. Das Land war vorher schon pleite. Jetzt zahlen wenige Steuer. Wo bleibt da ein Spielraum für die Armen?

Wie überleben? Die sozialen Medien sind ein Segen, nicht nur für Kirchen. Überall gibt es kleine WhatApp-  oder ähnlich Gruppen. Wir brauchten Kabel, um die Renovierung voran zu bringen. Da wird der Hintereingang des Geschäftes genannt und eine Telefonnummer, wenn man in der Nähe ist. Heute war ein Friseur im Hospital, während der Arbeitszeit. Er hatte seinen Tagesverdienst. Autowerkstätten bieten den Service zuhause an, wenn einer einen Stellplatz im Hof hat. Nach der Starre des Anfangs kommt das Leben zurück. Wir hatten erstmals einige Geburten, weil die Frauen nicht in staatliche Einrichtungen gehen wollten. Doch die Bezahlung .... später, weil wir noch keinen Lohn ausgezahlt bekamen. Der Staat bezahlt seine Lehrer mit einiger Verzögerung. Dabei müssen sie auch jetzt hart arbeiten. Es ist besonders hart, weil viele Schüler kein Internet zuhause haben - also braucht es andere Wege, um die Hausaufgaben zu vermitteln.

Wir haben wenige Patienten, also wollen wir einen besonderen Service anbieten: Antikörpertext nach evt. Coronainfektion. Ein einfacher Test, der aber erst nach genauer Befragung und Untersuchung  Sinn macht. Alles fertig. Wir haben den Test. Viele warten. Dann ein Stopp durch das Gesundheitsamt und eine Unmenge Vorschriften für den Test mit nochmals verschärfter Schutzkleidung für Personal und Patient. Dabei machen wir den Test nur bei Gesunden, die die Krankheit überwunden haben. Viel warten darauf, doch ein "Beamter" verteidigt seine Macht und droht andererseits mit Klinikschließung. Also dauert alles. Dabei sind es gerade die Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes der Provinz, die den Test haben wollen.

So geht es uns "noch" gut inmitten des Chaos. Wir versuchen genauso flexibel zu sein, wie der Rest der Bevölkerung.

Samstag, 28. März 2020

Corona up-date März 2020

COVID-19 hat Shell erreicht. Die beiden ersten Patienten stehen unter Hausquarantäne. Sie brauchen wohl noch keine stationäre Behandlung. Aber alle sind besorgt. Die Ausgangssperre ist von 14:00 - 05:00 und unser Dorf ist leer.
Damit kommen viel, viel weniger Patienten zu uns: Am Eingang Kontrolle: Alle Patienten mit Husten müssen einen gesonderten Eingang benutzen. Derzeit sind es viele Kinder mit Husten und Erkältungen. Sie bekommen ihre Therapie in getrennten Räumen. Wir sind so froh, dass wir Platz und Schutzkleidung genug haben.

Wir haben unser Personal reduziert wie damals im Oktober bei Streik.

Wir merken Gottes Zeitplan. Im Februar die Schlüsselübergabe, im März die Erlaubnis als Tagesklinik. All das wäre jetzt gar nicht mehr möglich.

Unsere wöchentliche Gebetsgruppe am Mittwoch, die seit 2015 treu funktioniert, ist ausgedünnt, da die meisten Alte sind. Die bleiben jetzt erst einmal zuhause, aber wir beten weiter, nur wenige präsent.

Und doch haben wir noch eine Aufgabe. Da sind Patienten mit Denguefieber. Eine Patientin mit einer Bluterkrankung braucht dringend eine Operation. Sie ist mit hoher Cortisontherapie höchst gefährdet. Nach der OP können wir die medikamentöse Therapie so schnell wie möglich zurückfahren. Solche Patienten werden in den staatlichen Häusern derzeit für Monate abgewiesen.

Wir müssen auch unser Personal schützen, denn die meisten Übertragungen des COVID-19 laufen über scheinbar Gesunde, also gilt nun auch unter uns der Abstand.

Und bei aller Vorsicht ist die reduzierte Mannschaft für die 6 Std der Arbeit eine Truppe, die zusammen arbeitet.

Die Finanzen machen uns Sorgen. Die Einnahmen sind fast auf 25% zusammengefallen. Noch haben wir Rücklagen, aber unser Personal will weiterhin bezahlt werden. Danke, wenn Ihr auch da an uns denkt.

Vielen Dank für alle Verbundenheit aus der Ferne und auch allen Lesern in der Ferne, denen es ähnlich geht - wir beten auch für Euch,

Samstag, 15. Februar 2020

Wie sind noch keine Tagesklinik

   Nach der offiziellen Schlüsselübergabe kam die Revision durch das Gesundheitsministerium - 11 Std Revision und als Ergebnis eine Riesenliste, die wird verbessern und ergänzen müssen. Nächste Kontrolle in einem Monat, am 04. März. Die aller-allermeisten Beanstandungen sind Kleinigkeiten und Dinge, die wir für den zweiten Durchgang wissen wollten. Schwerpunkt der Veränderungen sind die Monitore und andere Maschinen, die wir derzeit anschaffen müssen. Im OP und vor allem in der Wäscherei fordern sie größere  Renovierungsarbeiten. Wir brauchen eine neue Industriewaschmaschine, Kosten ca. $ 40.000,-
   Für gut eine Woche war zwischendurch eine Gruppe aus Deutschland hier, die bei der Renovierung mitgeholfen hat. Unser Schwiegersohn Rico Weißbach, ehemaliger Missionar hier in Ecuador hat jetzt eine neue Organisation mit dem Namen LEWI ( und kam mit einer Generation von Erwachsen aus Deutschland. Sie haben zusammen mit unserem nationalem Arbeiterteam einige Tage Erstaunliches bewirkt: Das Dach des Maschinenparks für Generator, zentrale Absaugung und andere zentrale Techniken ist neu gedeckt. Die neue Augen- und HNO-Sprechstunde ist zur guten Hälfte fertig und fast alle Betten für die stationäre Behandlung wurden entrostet, mit Nato-Oliv and Grundfarbe und später in Krankenhausfarbe gespritzt nebst anderer technischer Kontrolle. Das war zur rechten Zeit ein Schub zur neuen Klinik. Das dt. Team hat unserer einheimischen Helfer zu Höchstleistungen angespornt und zu Überstunden ohne Bezahlung. Es war ein Geben und Nehmen mit wenigen Dolmetschern und viel Gebärdensprache, Lachens und Feierns.
   Unser Krankenhausteam wächst. Ein HNO-Arzt ist Teil unseres Teams und möchte so bald wie möglich operieren. Derzeit wird die Preistabelle errechnet, denn Alles muss mit einberechnet werden.  
Unserer Augenärztin aus Bolivien wird auf absehbare Zeit nicht kommen. Sie hatte uns zwei Wochen geholfen und es ausprobiert. Jetzt suchen wir Ersatz.
   Mit der Feier am 01. Februar und der Schlüsselübergabe haben wir die Werbetrommel gerührt. Jetzt kommen täglich Menschen zu uns, die Arbeit suchen. Einige wenige werden wir anstellen, denn eine Tagesklinik benötigt nur wenig mehr Personal. Und Nachtdienst muss anders bezahlt werden.
   Der nächste Abschnitt bringt neue Leute ins Team. Die müssen auch geistlich zu uns passen bzw. eingebunden werden. Das ist eine neue Etappe der Arbeit. Medizinische Arbeit und geistliche Teamarbeit und nicht immer das Gleiche. Dank für alle Begleitung!!!!!

Sonntag, 2. Februar 2020

Schlüsselübergabe in Shell

  Ein arbeitsreicher Monat liegt hinter uns. Der Januar ist erfahrungsgemäß ein Monat mit vielen Patienten aber auch mit guten Einnahmen. Und wir haben umgestellt. So war die Zahnarztgruppe der größte Defizitbereich. Also haben wir einer Ärztin gekündigt. Sie war auch schlecht teamfähig. Die verbleibende Ärztin, die mit halber Kraft als Sekretärin arbeitet blieb, darf nun auf Rechnung Patienten behandeln. Sie wohnt nebenan und kommt auf Anruf auch außerhalb ihrer Arbeitszeit - und siehe da, die Einnahmen der Zahnarztklinik haben sich im Januar vervierfacht. Alle sind zufrieden.
    Auch die Röntgenabteilung kommt langsam aus dem Defizit.
    Das Wichtigste ist aber unsere Renovierung für die Hälfte des stationären Bereiches mit OPs und Geburtsräumen. Sie ist abgeschlossen. Zwar fehlen noch Vorhänge, die Instandsetzung der Betten, Nachttische und einige Schränke für Wäsche etc. aber das hat Zeit. Eigentlich sollte das Gesundheitsministerium den neuen Teil abnehmen, aber das Coronavirus, das wohl auch in Ecuador angekommen ist, macht es schwierig.
    Trotzdem haben wir mit unserer alten Mission HCJB, Reach Beyond gestern ein Fest gefeiert - die offizielle Schlüsselübergabe. In den nächsten Tagen werden wir die dritte Quote überweisen, das sind dann insgesamt 25 % des Kaufpreises. Wir sind seit Nov. offizieller Besitzer des Geländes, im Grundbuchamt für viel Geld eingeschrieben. Jetzt wollte die Mission uns offiziell die Schlüssel übergeben zusammen mit praktischen Geschenken wie einem Bohrhammer und einem Schweißgerät. Statt der erwarteten 100 Gäste kamen bei strömendem Regen ca. 200 Besucher zusammen. Der Kuchen für jeden wurde halbiert. Besonders die Gruppe der ehemaligen Mitarbeiter berichteten von ihrer Erfahrung, was unseren neuen Mitarbeitern zeigte, was Teamarbeit und eine gute Gemeinschaft bedeuten. Einige von ihnen waren als Langzeitpatienten gekommen und sind als Mitarbeiter die nächsten 20 - 30 - und über 40 Jahre geblieben. Das ist die Basis auf der wir neue Mitarbeiter aufbauen. 
    Wir bekamen den Schlüssel - nur einen. Das Papstwappen besitzt zwei Schlüssel - zum Auf - und zum Zuschließen nach dem Neuen Testament. Wir haben einen und wollen weiterhin das Evangelium weitererzählen und Menschenherzen öffnen. In der täglichen Medizinerrunde am Morgen berichten die Ärzte oft genug von Menschen, die nicht nur krank sind, die auch familiär und geistlich belastet sind. Für die sind wir Schlüsselpersonen.

    Wir sind überwältigt von den Spenden im letzten Jahr. So können wir auch weitermachen. Jetzt kommen aber neben weiterer Renovierung noch neue Ausrüstungen auf uns zu. Ein HNO Arzt hat viele ambulanten Patienten. Wir hatten für zwei Wochen eine Augenärztin aus Bolivien hier. Sie braucht noch Bedenkzeit, ob sie als Langzeitmitarbeiterin zu uns kommt. Zwei Kardiologen wollen mit Sprechstunde bei uns anfangen. Andere Ärzte sind angefragt. Und die alle wollen auch den OP benutzen.
    Mit der Erlaubnis als Tagesklinik dürfen wir jetzt offiziell operieren und Patienten bis max. 48 Std beherbergen. Dazu kommen schwere Durchfallerkrankungen mit einigen Stunden Überwachung und anderes mehr. Das bedeutet aber auch mehr Personal. Bei der Entscheidung Geburten oder Notfälle hat sich unser Team für Letztere entschieden. Also wird nach der Renovierung der Augen- und HNO-Klinik der Notfallbereich erneuert.
    Die Arbeit geht weiter. Wie gerne würden wir jeden von Euch persönlich einladen (Ihr dürft auch unangemeldet kommen). Die letzten Wochen waren ein riesiger Kraftakt unseres Personals mit vielen freiwilligen Überstunden und unerwarteten Hindernissen. Aber das war nur möglich durch viele Gebete und Gaben unserer Unterstützer. Dank dafür!!!

Freitag, 13. Dezember 2019

Jetzt doch noch einen Weihnachts - Bedanke-Mich-Brief

Eckehart kam aus Deutschland zurück und wir sind gerührt von so vielen Beileidsbekundungen zum Tod seiner Eltern. Wir fühlen uns eingebunden in ein Netz von Freunden, die uns begleiten. Das ist ein besonderes Privileg.
In Eckeharts Abwesenheit durfte Klaudia die Papiere der Stadtverwaltung empfangen. Wir sind nun offiziell Besitzer des Geländes, haben ordentlich dafür bezahlt. Es wurde uns kein Abstrich gemacht. Die Stadt braucht das Geld.
Wir haben danach die erste Anzahlung an Reach Beyond gemacht, 8% laut Vertrag. Im Januar geht es dann weiter. Wir merken, wie Gott unseren Zeitplan gestaltet. Wie Eckeharts Besuch in Deutschland liegt alles in Seiner Hand. Wir haben durch den Zeitverlust zwischen mündlicher Absprache mit Reach Beyond von 1 1/2 Jahren jetzt mehr Zeit zum Bezahlen.
Die Renovierung liegt im Zeitplan. Ende 2019 werden wir die Hälfte des Hospitales renoviert haben. Dann beantragen wir die Erlaubnis für eine Tagesklinik mit der Möglichkeit der Übernachtung eines Patienten.
Ein großes Problem ist das blutige Abwasser im OP und bei den Geburten. Das Umweltministerium will uns zu einer teure Aufbereitungsanlage zwingen. Wir holten uns Rat von anderen Kliniken und da gibt es weitaus billigere Wege ohne großen Umbau. Daran arbeiten wir derzeit. Das ist ein Riesengeschenk für uns.
Wir freuen uns über die Spenden, die bisher für uns eingegangen sind. Dank für die vielen kleinen und großen "Weihnachtpäckchen", die uns Eure Unterstützung beschert haben. So können wir die nächste Quote im Januar bezahlen. Auch bei der Mexikomission hat der Geschäftsführer gewechselt. Unser Freund Dr. Hans Mammele liegt im Sterben. Eckehart konnte sich noch von ihm verabschieden. Danke, Hans, für über 50 Jahre persönlicher Freundschaft und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit!!!
Unsere Zukunft im Januar: Wir müssen eine neue Zulassung beantragen und möchten zur Tagesklinik aufstocken. Das gibt uns die Möglichkeit, neue ärztliche Dienst anzubieten. Basis wird die Allgemeinmedizin bleiben. Dazu kommen sollen: Gastroenterologie, ein Internist mit Schwerpunkt Schilddrüsendiagnostik/Therapie und 1 - 2 Augenärzte. Da trifft es sich gut, dass der Staat im November über 500 kubanischen Ärzten gekündigt hat. Sie waren damals nach Ecuador eigeladen worden, um hauptsächlich in ländlichen Schwerpunktkrankenhäusern ihre Dienst anzubieten. Spätestens nach den Streikt vom Oktober muss der Staat drastisch sparen und hat diese Verträge mit Kuba beendet. 340 von ihnen sind bereits nach Kuba zurückgekehrt. Viele aber wollen bleiben, weil sie mit Ecuatorianern verheiratet sind. Sie suchen Arbeit in Privatkliniken. So haben wir nicht nur Chance auf neue Ärzte. Ecuatorianer wollen nach wie vor nicht aufs Land. Der Staat hat in den regionalen Häusern ganze Dienst wie Augenheilkunde komplett geschlossen. Das ist unsere Chance. Wir sind dankbar für engagierte Ärzte, bei denen wir aussuchen können. Sie werden auf Honorarbasis vergütet.
So sind wir in der Vorweihnachtszeit dankbar über diese Aussichten. Wir hätten all diesen Zeitplan und die Umstände nicht planen können. Gott hat seinen ganz besonderen Plan/Zeitplan. So wie das Kind Jesus nach der Geburt beschützt wurde, als es der mächtigen Herrscher Herodes verfolgte, so fühlen wir uns beschützt, ohne die politischen und finanziellen Umstände in der Hand zu haben. Das ist unser Zeugnis auch bei der Weihnachtsfeier unseres Teams an diesem Wochenende.
Euch allen ein Gesegnetes Weihnachtsfest und eine reiche Zukunft im Neuen Jahr

Eckehart & Klaudia