Samstag, 23. Februar 2019

Up-Date für Shell

   Wir warten noch immer auf den Vertrag der Rechtsanwälte, um ihn endlich zu unterschreiben aber keiner scheint Eile zu haben, auch wenn wir uns nach wie vor einige sind.  Zwischenzeitlich arbeiten wir weiter. Morgen verlässt der letzte Missionar der alten Mission Reach Beyond das Gelände und wir haben fast alle Häuser des Geländes hinter dem Hospital vermietet mit gleichen Mieten wie vorher. Wir brauchen das Geld zum Abbezahlen der Schulden. Es ist ein wichtiger Teil unserer Einnahmen.
    Überhaupt haben wir uns zu Kapitalisten entwickelt, die jede Entscheidung auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. Nur die Gemeinschaft mit den anderen Mitarbeitern bringt uns wieder auf den Teppich zurück.
    Ende Januar kam das Gesundheitsministerium zur Kontrolle und hat uns mitgeteilt, dass unser Labor renoviert werden muss: Glatte Wände, runde Ecken etc., was vor einem Jahr noch keine Beanstandung war. Wir haben die Erlaubnis für ein weiteres Jahr erhalten aber versprochen, dass wir das innerhalb von 6 Monaten ändern werden. So haben wir nach dem Komplettanschluss aller Häuser mit neuem Internet heute das Labor in die alte Apotheke provisorisch umgezogen. Das bisherige Labor wird jetzt renoviert: Eine Wand raus, Wände und Decke erneuert, Boden neu lackiert und komplett neue, holzwurmunanfällige Möbel. Wahrscheinlich mehr als 4 Wochen harte Arbeit für unser Handwerkerteam.
    Eine neue Idee kam auf. Eine Röntgenpraxis aus Ambato möchte bei uns den ersten Resonanzmagnetischen Tomographen installieren. Es wäre der erste in der gesamten Gegend. Wir schicken von uns aus einen Patienten täglich zu so einer Untersuchung weit weg. Die Bedenken, dass wir in einer der Einflugschneisen des Flughafens liegen, scheint unwichtig zu sein. Morgen kommen die Techniker, um die Einzelheiten zu besprechen. Ein Vertrag steht noch aus und dazu brauchen wir einen Rechtsanwalt. es geht uns um unser Risiko, 5 min Stromausfall ist kein Problem. Wir haben einen Generator, der nach 5 Sek. spätestens Strom liefert. Aber nach 15 Sek schaltet der Apparat ab. Dann muss er neu gestartet werden. Dazu muss das Team aus Ambato kommen - etwas mehr als 1 -2 Tage Zeit- und Einnahmeverlust. Wir haben beschlossen, einen neuen Generator zu kaufen. Die zwei unsrigen sind von 1976. Aber die Risiken müssen vertraglich klar sein.
     Auch wenn wir die Spenden von 2018 noch auf unserem Konto haben, fertig für die erste Anzahlung an Reach Beyond zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung, der Überschreibung des Grundstückes auf unseren Nahmen, Rechtsanwälte und Notare, brauchen wir weiter Unterstützung für die Renovierung, einen guten Rasenmäher für das riesige Grundstück und viele kleine und große Ausgaben. Danke für alle weitere Verbindung.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Patientenberichte aus unserem Alltag

    Ein großes Problem sind unsere Langzeitpatienten, allen voran die Diabetiker. Wer von ihnen über 60 Jahre alt ist, ist kaum zu einer wirklichen Therapie bereit. Beispiel María P. 65 Jahre alt und weiß seit Jahren, dass sie zuckerkrank ist. Sie geht nicht zu Kontrollen und wenn der Vorrat an Tabletten ausgegangen ist, erscheint sie einige Tage später wieder mit einer Infektion. Auf ihrer Finca hat sie sich gepikst oder Insekt hat ihr zugesetzt und sie kommt zu uns mit riesigen Entzündungszeichen -  Befunde nebenbei: Blutzuckerwert über 600 mg%. Deshalb heilen Wunden nicht. Mit Antibiotika (und hauptsächlich Antidiabetikas) kriegen wir das natürlich wieder hin - aber wie lange geht das noch gut? Jetzt haben wir die Familie eingespannt und die Patientin unter die Aufsicht der Töchter gestellt. Doch dann verlässt María das Haus heimlich, muss ihre Tiere auf der Finca füttern und bleibt Tage dort, bis es ihr wieder schlecht geht. Wir merken: Lebensgewohnheiten und die gewohnte Unabhängigkeit passen nicht zu einer Krankheit, die immer wieder kontrolliert werden  muss. Und wenn die Selbstüberwachung einen Nüchternblutzucker von 250 mg% anzeigt, ist die Patienten zufrieden, über 600 war doch mehr und ich fühle mich derzeit wohl! Wer dann alleine noch Insulin spritzen müsste und keinen Kühlschrank hat muss sein Leben komplett umstellen und wer will das schon?
    Eine Patientin, im Mai 2018 laparoskopisch an der Gallenblase operiert, hat seit Monaten eine Fistel mit stinkenden Sekretion. Antibiotikas haben nicht geholfen, eine OP auswärts genauso wenig. Jetzt mussten wir sie nochmals operieren, haben die Fistel ausgeschnitten und dann eine Kompresse herausgezogen. Das Problem danach war, dass jede Menge Luft und Flüssigkeit danach kam. So mussten wir sie leider in das Hospital zurückschicken, wo sie ursprünglich operiert worden war, denn ein Loch im Zwölffingerdarm lässt sich einfach nicht ambulant behandeln. Das Ganze wird ein gerichtliches Nachspiel für das Team der ErstOP haben.
    Einer unserer Ärzte ist derzeit mit einer Studie über Leishmaniose im Nasen - Rachenraum beschäftigt. Leishmaniose führt zu Geschwüren, die nicht heilen und Gewebestrukturen zerstören. Als er die Studie mit einer Uni hier in Ecuador und Holland begann, glaubte keiner von uns an große Fallzahlen. Die Realität hat uns eingeholt. Derzeit schickt das Gesundheitsministerium Patienten aus dem gesamten östlichen Tiefland zu uns. Manche kommen mit "chronischem Schnupfen" und völlig zerfressener Nasenscheidewand zu uns. Und es sind Patienten mikroskopisch positiv, die kaum eine Klinik haben. Wir brauchen ständig mehr Medikamente, denn die Therapie ist lange uns schmerzhaft für abwechselnd die rechte und die linke Pobacke.
    Klaudia wird mehr und Familientherapeutin von Polizisten und deren Angehörigen. Da sind die üblichen Familienprobleme aber auch die Arbeitsbelastung. Auf die Frage, warum sie nicht zu den polizeieigenen Beratungen gingen, erhält sie oft die Antwort, dass dort die Vertraulichkeit nicht gewahrt würde und am nächsten Tag die ganze Abteilung Bescheid weiß. So kommen sie lieber zu einer verschwiegen Therapeutin. Und  da sind ihre treuesten Patienten.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Warteschleifen und nächste Ziele

    Wir haben uns lange nicht mehr gemeldet. Das lang an den verschiedenen Warteschleifen, in denen wir stecken.
Da ist die Änderung unserer Statuten der Stiftung. Seit Juli sind wir dabei, die Änderungen einzubringen- Ablehnung - Änderung vom Ministerium - jedes Mal Vorstandssitzungen in Quito, letzte Eingabe ans Ministerium Ende Oktober, kam wohl nicht an, obwohl wir es schriftlich haben, nochmals ein offizieller Brief vor Weihnachten, der Anfang Januar ankam. Jetzt war Klaudia beim Ministerium - es dauert noch, obwohl wir mehrfach telefonisch die Nachricht erhielten, dass die Änderungen genehmigt wurden. Ohne das können wir auf Dauer nicht weitermachen.
Der Kaufvertrag mit Reach Beyond - seit Monaten mündlich besprochen - Einigkeit zwischen den Parteien, doch die Anwälte haben keine Eile und es verzögert sich. Wir sind die Verwalter, aber eben noch nicht die offiziellen Besitzer, die gerade einmal 10% des endgültigen Kaufpreises zusammen haben.
Wir verwalten die ehemaligen Missionarshäuser, doch die stehen zum Großteil leer. Wir brauchen aber die Mieteinnahmen dazu. Unser Personal, besonders die Ärzte, verdienen nicht genug, um die Mieten zu bezahlen. So haben wir jetzt andere Familien gefunden, die diese Mieten stemmen können. Es bedeutet Mehrarbeit, die sich auszahlen soll. Wir haben eine Person zur Hälfte angestellt zum Rasenmähen und Hausinstandsetzung.. Diese Person wird über die Mieten finanziert - eine Sorge weniger.
    Heute war die Untersuchung des Gesundheitsministeriums, um wieder für ein Jahr die Erlaubnis unserer Klinik zu erhalten. Seit Tagen waren wir vorbereitet, keine abgelaufenen Medikamente, Spritzen etc. alles war geputzt und sie staunten über die renovierten Räume, neuen Möbel und dass alles strahlte - also offiziell kein Problem bis auf das ABER.
    Obwohl vor einem Jahr anstandslos akzeptiert muss unser Labor muss nun auch renoviert werden - glatte Wende statt sichtbaren Blocksteine. Das heißt auf Deutsch: Renovierung des Labors uns dann gleich alle Möbel durch neue ersetzen. Sie haben es heute durchgehen lassen unter der Bedingung, dass alles in 6 Monaten renoviert sein wird. Wir haben es versprochen und werden es als nächstes angehen.
    Das bringt unseren Zeitplan durcheinander. Denn ab morgen werden uns schrittweise die Waisenkinder verlassen, die in einem Teil des stationären Bereiches wohnen. Es war nochmals ein Bangen, ob die Kinder überhaupt gehen, das erst durch ein Gespräch mit dem Bürgermeister und alten Freund in Puyo behoben wurde.
Wenn die Waisenkinder gegangen sind, können wir die Patientenräume umräumen und renovieren, denn zu OPs und Geburtsräumen kommt man bisher nur über "Baustelle und Staub.
    Heute waren die Herren des Gesundheitsamtes im renovierten Teil und haben uns Tipps gegeben, was wir noch nicht bedacht haben - wertvolle Einzelheiten.
Wir merken, dass das Gesundheitsministerium uns wohlgesonnen ist, Ideen hat und uns hilft. Das mit dem Labor reißt ein Loch in unsere Kasse und den Zeitplan aber es ist gut, das jetzt zu machen.
Und als Letztes steht jetzt die Frage im Raum, ob wir als nächsten Schritt die geplante Tagesklinik ansteuern oder gleich Richtung Krankenhaus, das nur so auch Geburten anbieten kann. Da haben sich die Vorschriften über Nacht mal wieder geändert. Dafür beten wir und bitten um Weisheit. Dank für alle Begleitung.
    Wir sind überwältigt über die Spenden, die am Jahresende eingingen. Wir können der Mission Reach Beyond die erste zaghafte Anzahlung machen und sind glücklich. Dank für EURE Hilfe!!!!

Sonntag, 30. Dezember 2018

Ein Danke-Schön

   Wieder geht ein Jahr zuende. 5 bis 10 Mal pro Tag prasselt ein Regenschauer nieder. Dazwischen die ersten Böller von Jugendlichen und Kindern, die nicht warten können. Dieses Jahr ist ein Arbeitnehmerjahr. Die Feiertage sind günstig für einen längeren Urlaub. Viele Ecuatorianar sind zur Küste gefahren. Nahezu alle unserer Mitarbeiter haben sich mit Familienangehörigen verabredet. Sylvester ist hier wichtiger als Weihnachten, ein Moment, Familie und Freunde zu besuchen. Und wir beide sind erst einmal im Bett, weil uns die allgemeine Erkältungswelle erwischt hat. Seit Tagen behandeln wir schniefende und hustende Patienten. Und dazwischen gab es jede Menge  Arbeit für die Verwaltungsleute, die Jahresbilanz fürs Finanzamt abzuschließen. Wir mussten das Inventar neu zählen. Jetzt hat jeder Stuhl, jeder Apparat einen entsprechenden Aufkleber. Alle Pillen sind gezählt. 
    In dieser Zeit der Ruhe und des Kraftschöpfens vor der nächsten Phase möchten wir uns einmal bedanken für alle Treue über die letzten fünf Jahre. Es waren die vielen Gebete und das Verbunden sein mit unserer Arbeit, die uns Mut gemacht haben. Die allermeisten Spenden kamen von kleinen Gebern, die es etwas gekostet hat, uns zu unterstützen. Danke an alle, die an uns denken.
    Im vergehenden Jahr sind wir einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Der ambulante Teil der Klinik ist so gut wie fertig renoviert. Es waren Monate des Staubs, des Bohrens und des Malergestanks während der Arbeit. Auch die OPs mit den neuen Lampen und die Geburtsräume sind fertig, wenn auch noch Möbel darin fehlen. Da sind wir durch.
    Im neuen Jahr ist dann der stationäre Teil dran. Doch bevor wir da renovieren können, müssen erst die Waisenkinder gehen. Sie sollten eigentlich schon weg sein. Die Stadt Puyo hat eine neue Bleibe organisiert, aber da gibt es noch Renovierungsprobleme.
    Viel wichtiger für uns ist aber die Übergabe der Verantwortung ab 01. Januar 2019. Reach Beyond, unsere alte Mission übergibt uns das Gelände und die Häuser der Missionare.
    Immer wieder kam in den letzten Monaten die Frage an uns: Was wird, wenn Ihr  in wenigen Jahren aufhören werdet? Einerseits haben wir von der DMG bei bleibender Gesundheit auch noch länger als 2 Jahre Erlaubnis zu arbeiten. Andererseits erlebten wir gerade im Dezember ein Wunder unserer einheimischen Mitarbeiter. Sie haben das Inventar auf ein Niveau gebracht, wie es jeder staatlicher Kontrolle standhält. In vielen Überstunden ist unser Abrechnungssystem umgestellt worden, dass wir jedem Patienten die Rechnung per e-mai zuschicken können. Wir als Mediziner hätten an so etwas nicht gedacht. Dann hat eine unserer Ärztinnen die Betreuung der Medizinstudenten übernommen. Aber deren Fortbildung übernehmen wir mit Freuden und beide Seiten lernen dabei. Wir hoffen, dass wir junge Menschen für später gewinnen dürfen.
    Menkaye ist eine junge Huauranifrau als Schwesternhelferin ausgebildet. Sie macht bei uns ein Praktikum und möchte noch mehr lernen, was sie später in ihrem Stamm anwenden möchte. Sie reist jetzt schon als Missionarin und "Ärztin" wochenweise in ihre Dörfer, um das Gelernte praktisch weiter zu geben.   
    Am 31. Dez. feiern wir erst einmal ein kleines Fest mit den anderen Missionaren in Shell. Das Fest der wachsenden Verantwortung. Doch wir haben keine Angst. Einerseits geben wir mehr und mehr Verantwortung als Leiter ab, andererseits wissen wir, dass viele Mit Beter - und -Geber uns auch 2019 und weiter nicht im Stich lassen werden. Danke für alle aktive Begleitung!

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Die Übergabe

Das Jahr geht zu Ende und damit rückt der Zeitpunkt näher für unsere Verantwortung des gesamten Projektes. Unsere frühere Mission HCJB - jetzt Reach Beyond kommt uns nochmals großzügig entgegen. Für knapp $ 15.000 Dollar überlassen sie uns alles, was in den Häusern hinter dem Hospital ist, die Möbel, Herde, Kühlschränke, Betten etc, dazu viele Maschinen der Werkstatt, Geräte und Werkzeug. Und das Wichtigste: Das gesamte Schlüsselsystem dürfen wir übernehmen. Wir sind dankbar für diese große Hilfe. Es zeigt, dass die alten Schwierigkeiten untereinander überwunden sind und Vertrauen entstand. Aber natürlich müssen wir jetzt auch daran denken, ab Januar 2019 die erste Rate an die Mission überweisen.
    Wir freuen uns, dass die OP-Lichter nun endgültig freigegeben wurden. Wir haben sie am Flughafen in Quito abholen dürfen. Die nächste Pause unseres Bauteams und sie werden angebracht, damit nicht zwischendurch etwas gestohlen wird.
    In einer Woche wird die Renovierung der Sprechstundenräume abgeschlossen sein mit einem Zusatzraum für gynäkologische Untersuchungen mit separater Toilette. Die Böden der Sprechstundenräume und der Flur mit Warteraum glänzen im neuen Bodenlack. Selbst die Patienten sind begeistert.
    Seit Oktober haben wir Studenten im Praktischen Jahr bei uns. Die Studenten kommen aus dem Hospital Vozandes Quito und bleiben bei uns 5 Wochen ihrer Trainingszeit. Es ist wieder ein ganz neues Niveau, wenn man wissenschaftlich gefordert ist und fachlich austauschen darf. Wir beten, dass der eine oder die andere sich irgendwann einmal an Shell erinnert und als Facharzt zurückkehrt. Wir investieren in die Zukunft. Es ist uns auch wichtig mit dem Krankenhaus in Quito wieder enger in Verbindung sind.
    In wenigen Tagen kommen endlich Studenten einer Uni aus Quito, um das Gelände für die Abwasseranlage zu vermessen. Seit Februar haben wir daran gearbeitet. Das Vorhaben hat sich immer wieder verschoben. Der Vorteil dabei ist aber nun, dass wir am Januar auch im Grundbuchamt die offiziellen Besitzer sind. Wir brauchen dann nicht Einzelheiten mit anderen besprechen und dürfen einfach bauen.
    Bisher wohnen noch Waisenkinder auf dem Gelände des Krankenhauses. Ihnen wurde schon im August gekündigt. Doch wir hatten Angst, dass sie keine neue Bleibe finden würden. Die wurde jetzt im nahen Puyo gefunden mit einem noch größeren Areal und besseren Spielmöglichkeiten. So gut es für uns ist, mehr Platz zu haben, wir werden die Kinder vermissen. Sie waren neben aller guter Nachbarschaft auch unsere Sicherheit.
    Unser IT Spezialist aus Quito hatte im August einen schweren Autounfall. Seine Frau ist von ihrer Beckenfraktur immer noch nicht geheilt. Der Sohn hat seinen Hirnschaden nach langer Therapie wohl überwunden. Dafür ist der Vater in eine Depression gerutscht, aus der er sich wieder erholt. Nächste Woche will er nach langer Zeit wieder einige Tage hier arbeiten. Dann wird das neue Sicherheitssystem nach dem Weggang der Kinder geplant.
    Es ist Dezember. Hier gibt es keine dunkle Jahreszeit. Die Sonne scheint hier immer gleich stark. Aber wir spüren das Ende einer langen Zeit, in der HCJB-Reach Beyond sich nach ca. 60 Jahren zurückzieht. Wir übernehmen ein Erbe, das uns immer riesiger wird. Die Verantwortung, die Verwaltung, die vielen Verpflichtungen mit so vielen Behörden erdrückt uns manchmal. Da ist es gut, in einem wachsenden Team die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen. Danke auch für viele Schultern aus dem Ausland.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Unsere OP-Lampen:
In jeder Familie, in jeder Institution gibt es besondere Momente, die unvergesslich sind und die noch viele Jahre danach erzählt werden. Eine solche ist die Geschichte ist die unserer OP-Lampen.
    Lange haben wir überlegt, welche Leuchten wir kaufen, Preise verglichen etc. etc. Dann die Entscheidung nach Monaten: DIE SIND ES. Die Firma war natürlich sofort bereit, sie zu liefern. Es gab noch ein "Weihnachtsgeschenk" dazu, ein Set für Augen- und Ohrenuntersuchungen – Danke!
    Wenn wir es von Ecuador aus gekauft hätten, hätten wir 10% Zoll für den Geldtransfer von Ecuador ins Ausland zahlen müssen - also die Lampen lieber von einer Mission in Deutschland bezahlen. Doch wir hatten nicht bedacht, dass wir damit dem internationalen Geldwäschegesetz unterliegen. Kein Problem, die dt. Mission braucht nur bestätigen zu lassen, wo die Gelder her sind und dass diese Organisation staatlich anerkannt ist. Unser lieber Freund Dr. Hans Mammele als Geschäftsführer der Freunde  Mexikanischer Indianer Bibelzentren (FMIB) sandte die Papiere in das ecuadorianische Honorarkonsulat in Ludwigsburg (grad um die Ecke). An Weihnachten und Neujahr wird dort nicht gearbeitet. Dann wurden die Papiere an die EC-Botschaft in Berlin weitergeleitet - viele Telefonate - dann im Mai Grünes Licht - die Dokumente kamen per Kurier nach Ecuador.
    Da wir gleichzeitig ein Ultraschall- und ein Anästhesiegerät geschenkt bekamen, sollte alles zusammen in einem Paket kommen. Die Organisation funktionierte nicht. Die beiden geschenkten Geräte kamen sofort an und sind im Gebrauch - die Lampen etwas später.
    Dann im September die Freigabe der Lampen - doch was war in dem extra Packet? Wir hatten keine Ahnung. Die Lampenfirma hatte uns im Nov. 2017 einen Kompressor versprochen - kein Wort danach. Plötzlich war der Kompressor dabei, ohne dass wir es wussten und ohne dass es in den Papieren vermerkt war. Also mussten wir auf Gerichtsurteil der Zollbehörde waren - $ 2000,- Strafe.
    Schließlich wurde die Fracht freigegeben - in Guayaquil. Wir baten um Sendung nach Quito. Dort haben wir sie nach Zahlung der Lagergebühr abgeholt.
    Ein Jahr warten und viel Gebet. Und statt der anfänglichen $ 17,000,- sind es jetzt etwas über $ 25.000,- geworden. Es war unser Gesellenstück in Sachen internationaler Geschäfte. Wir haben viel dabei gelernt. Jetzt sind die Lampen, der Kompress und das Diagnostikset bei uns im OP und warten auf die Installation. Und dennoch haben wir keinen großen Schaden zu verzeichnen gehabt. Danke für alle Begleitung.

Donnerstag, 22. November 2018

Unser Besuch in Deutschland

   Wir waren mal wieder in Deutschland zu Besuch. Wir brauchten wieder einmal einen neuen Aussendungsvertrag mit der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG), unserer Heimatmission. Aber es galt auch, mit der Mexikomission (Freunde Mexikanischer Indianer Bibelzentren - FMIB) nochmals persönlichen Austausch zu pflegen. Beide Missionswerke sind unsere Basis.
    Zwischen Shell und Deutschland findet ein regelmäßiger Informationsaustausch statt. Und alle Treffen waren ermutigend.
In dieser Zeit erhielten wir über einen Freund die Nachricht, dass uns jemand ein Gastroskop und Koloskop schenken könnte, als Geräte für Magen- und Darmspiegelungen. Auf einmal ging alles ganz schnell und am Tag vor der Abreise kam ein 35 kg Paket an, das wir in die ohnehin schon fast vollen Koffer steckten. Es sind gebrauchte aber gut funktionierende Geräte samt Lichtquelle und Videoanschluß. Wir müssen nur noch einen Bildschirm kaufen. Es ist ein Wunder, wie Gott uns zum richtigen Zeitpunkt versorgt. Mit viel Gebet begleitet haben wir alles durch den Zoll gebracht. Allerdings muss zum Gebrauch erst einmal der gesamte OP- und Geburtstrakt fertig und sauber sein. Jetzt warten wir auf einen Gastroenterologen aus den USA, der unser Team dann anleiten kann.
    Unser Besuch in Deutschland hat uns aber wieder neu ins Fragen gebracht, wie es in Shell weiter geht. In 2 1/2 Jahren sollte für uns hier wohl Schluss sein. Die DMG würde uns auch noch bis 72 Jahre aussenden. Aber die Frage der Übergabe der Verantwortung stellt sich immer dringender. In unserer Abwesenheit kamen weniger Patienten. Just im Monat mit der Auszahlung des Weihnachtsgeldes für die Mitarbeiter (doppelter Lohn) war das doppelt schwer: Wir brauchen dringend einen Allgemeinchirurgen, einen Unfallchirurgen/Orthopäden und einen HNO-Arzt und einen Augenarzt. Aber die wollen nicht kommen. Die Einrichtungen wären vorhanden. Und es gibt kaum noch Ärzte mit breiter Ausbildung. Weshalb haben wir die OPs so gut ausgestattet? Und wir haben viele Ausrüstung dafür.
    Ein Projekt wird letztlich immer teurer als geplant. Unsere Planung ist $ 700.000. Also sollten wir ehrlich sagen 1 Million. Ist das die Sache wert? Die Anfragen haben uns noch einmal angeregt, alles noch einmal zu überdenken.  Und gerade da kam eine Hilfe von unserem holländischen Kollegen an Bord. Er hat für seine Forschungsarbeit der Leishmaniose und dem Plan einer Geburtsklinik über eine holländische christliche Fernsehstation Gelder gesammelt und es sieht so aus, also ob die Renovierung der ambulanten Klinik davon bezahlt würde. Wir haben aber schon renoviert und könnten dieses Geld dann anderweitig verwenden, also für das Abzahlen der Schulden. Das macht Mut. Auf der anderen Seite brauchen wir für den Nachweis der Spenden eine externe Buchprüfung. Das tut gut, denn dadurch können uns Außenstehende unsere Schwachstellen in der Verwaltung aufzeigen.
    Um die Klinik für neue Ärzte attraktiv zu gestalten brauchen wir den Sprung zur Tagesklinik, um operieren zu können. Dazu ist die Kläranlage der wichtigste Schritt. Vorher gibt es keine staatliche Anerkennung. Vorher sind wir für Nachfolger im OP nicht attraktiv.
    Gott hat uns an das Projekt Hospital Shell gestellt. Er macht uns Mut, weiterzumachen. Die kritischen Anfragen aus Deutschland haben uns wieder ganz neu unsere Aufgabe Abgabe von Verantwortung gezeigt. Wir müssen uns mehr um die Zukunft als um das Tagesgeschäft kümmern. Deswegen sind wir dankbar für die kritischen Anfragen.